Bericht zur Deutschen Meisterschaft Fita im Freien 28.-30.08.2009 in Tacherting
Dieses Jahr fand die deutsche Meisterschaft im Freien in Tacherting statt. "Jo Herrgott zoackra, wo is'n dees ?!". In Oberbayern natürlich, nahe der Österreichischen Grenze, ca. 650 KM vom Rheinland entfernt. Die Anreise war also ziemlich weit. Daher beschlossen die Qualifizierten (Ralf Hülsmann-Altersklasse und Mannschaft/Kurt Tümmler-Altersklasse und Mannschaft/Hans-Josef Peusquens-Seniorenklasse, Monika Reiff-Tümmler-Damenaltersklasse und Willi Schmitz-Altersklasse Compound) gemeinsam schon zwei Tage früher vor dem Wettkampf anzureisen. Nachdem dann alle mit Begleitung nach ca.8 Stunden Autofahrt in Obing (ca. 20 Autominuten vom Wettkampfgelände entfernt) eingetroffen waren, hieß es am Donnerstag einen Ruhetag einzulegen. Dieser wurde genutzt, um die Umgebung zu erkunden (Ausflug mit Boot auf dem Chiemsee) und dann ganz in Ruhe beim Abholen der Startnummern das Wettkampfgelände zu inspizieren.
Der Ausrichter FSG Tacherting hat eine lange Tradition im Bogensport. Die
Bogenabteilung wurde bereits 1973 gegründet. Hier sind ehemalige und aktuelle
Kaderschützen wie Armin Garnreiter (WM 1979), Veronika Haidn-Tschalova und
Daniel Hartmann zu Hause. Der Verein wurde in der Bundesliga 2002, 2004, 2008
Deutscher Meister.
Entsprechend war das Gelände des Vereins gigantisch. Bequem 58 Scheiben in
einer Reihe mit genügend Abstand, eine riesiges Vereinshaus, eine befestigte
Schießlinie von ca. 80 Meter, alles ruhig gelegen von Bäumen umsäumt und die
Schießrichtung nach Norden ausgerichtet. Alle Helfer waren bemüht, freundlich
und die Verantwortlichen gaben der Veranstaltung auch einen würdevollen
bedeutungsvollen Rahmen. Eben das "Feeling" einer richtigen deutschen
Meisterschaft, kein Vergleich zu Hohenhammeln 2008. Schade nur, dass einige
Kaderschützen wegen der Weltmeisterschaft fehlten, unter anderem auch Christina
Schäfer aus Düren.
Am Freitag starteten dann unsere Männer. Willi Schmitz in der
Compound-Altersklasse und die Männer der Altersklassen-Mannschaft. Mann hatte
sich viel vorgenommen, die lange Reise sollte doch nicht umsonst gewesen sein,
aber die Konkurrenz war stark. In der Altersklasse waren
7 Mannschaften zugelassen. Davon hatten 5 auf den Landesmeisterschaften über
1700 Ringe geschossen, darunter auch der Deutsche Meister 2008 SSV Hatzenbühl.
Für Freitag hatte der Wetterbericht bewölktes Wetter angesagt. Aber es kam
anders, es gab keine Wolken, strahlend blauer Himmel am Morgen. Die Sonne
brannte auf die Starter ohne jeden Wind oder Abkühlung herab. Von der Sonne und
der Anspannung schossen fast alle mit hochrotem Kopf. Viele blieben hinter ihrem
Ergebnis aus den Landesmeisterschaften zurück, auch gestandene Schützen die
nicht ihre erste Deutsche Meisterschaft bestritten.
Es begann ein zähes Ringen um jeden Pfeil und Treffer. Die elektronische
Anzeigetafel zeigte immer nur wenige Ringe Unterschied zwischen den ersten drei
platzierten Altersklassen-Mannschaften. Stand zur Pause: 1) SSV Hatzenbühl 865,
2) PBC Bürstadt 862 3) SSK Kerpen 855. Nach der Pause wurde die Hitze immer
stärker, die Temperaturen kletterten auf ca.30 Grad Celsius und "gefühlte
40 Grad". Auch die begleitenden Frauen im Hintergrund fieberten und litten
bei fast jeder Passe mit, zum Schluss waren alle froh als das Turnier
überstanden war. SSK Kerpen lag in der 2.Hälfte sogar auf Platz 2. War es
dabei geblieben ? Warten auf die Anzeigetafel: Ja ! SSK Kerpen`s
Altersklassen-Mannschaft ist Deutscher Vizemeister ! Das erste Mal in der
Vereinsgeschichte steht eine Mannschaft des SSK auf dem Treppchen bei der
Deutschen ! Super ! Aber was war inzwischen aus Willi Schmitz geworden. Auch er
blieb hinter seinem Ergebnis aus der Landesmeisterschaft zurück, schade,
trotzdem eine gute Leistung bei leichter Erkältung, schließlich zählt der
olympische Gedanke und dass man sich mit den Besten aus Deutschland gemessen
hat. "Matchwinner" der SSK Starter war an diesem Tag jedoch Ralf
Hülsmann der mit einer Platzierung im ersten Drittel der Altersklasse (Platz 16
von 56 Teilnehmern) das beste Ergebnis holen konnte.
Bei der anschließenden Siegerehrung waren alle ergriffen. Unter anderem wegen der Kinder im traditionellen Trachtenkostüm als Helfer und besonders zum Schluss, als zu Ehren aller Gewinner die Nationalhymne gespielt wurde.
Am nächsten Tag musste Monika Reiff-Tümmler noch starten. Was für ein Wechsel des Wetters: Temperatursturz auf ca.14 Grad Celsius und Regenschauer. Genau das Wetter was man bei niedrigem Zuggewicht nicht gebrauchen kann. Trotzdem schlug sich Monika Reiff-Tümmler gut und war mit Ihrem Ergebnis zufrieden.
Vor der Heimreise wurde natürlich noch der Vizemeistertitel gefeiert bevor alle am Sonntag wieder heimkehrten.
Ralf Hülsmann